leben nach krebs, Uncategorized

Warum uns in Sachen Ernährung so viel Unsinn erzählt wird

Du bist, was du isst, oder?

Nein, ich bin keine Banane!

Hast du dich schon mal gefragt, warum es so viele unterschiedliche Diäten und Ernährungstrends gibt? Warum sie sich teilweise gehörig widersprechen? Und warum die meisten Diäten auf lange Sicht scheitern? Kurzfristig klappt’s ja oft mal, da sind schon Erfolge möglich. Wie gern hören wir Erfolgsgeschichten von Menschen, die es mit einer bestimmten Diät geschafft haben, -zig Kilos abzuspecken! Aber dann? Was ist danach das Problem?

Nicht viel anders ist das mit den Ernährungstrends, die regelmäßig aufpoppen und uns weismachen wollen, so und nicht anders: vegan, Paleo, Low Carb und was es nicht noch alles gibt. Lebensmittel werden in gute und böse aufgeteilt, eine Menge Verbotstafeln aufgestellt. Prinzip von Ernährungstrend und Diät ist, dass es einen Diätplan gibt, den man befolgen muss. EINEN Plan und der ist für alle gleich.
Was Essen und Gesundheit anlangt, so fühlen sich viele Leute zur Allwissenheit berufen. Ernährungsexperte kann jeder sein, schließlich essen wir alle! Was „gesund“ ist, wird quasi zum Gesetz erklärt. Doch oft genug platzt so mancher Gesundheits-Ernährungstrend wie eine Seifenblase, weil schlicht und einfach „nix dahinter“ ist oder sogar schädliche Auswirkungen nachgewiesen werden (oder zumindest nachgesagt, weil nix so recht zu beweisen ist).
Wundermittel gegen Krebs auf dem Teller
Doch was ist das alles gegen die Sensationsmeldungen in Sachen Krebs und Ernährung? Wenn sonst nicht viel in der Zeitung steht, taucht garantiert bald ein neues Superfood auf der Bildfläche auf, das super gegen Krebs wirkt. Von der Himbeere bis zum Kurkuma, alles hat die Chance auf Wundermittel-Status. Oder darauf, verteufelt zu werden. So wie das beim Zucker derzeit wohl der Fall ist.
Wahre Glaubenskriege werden ausgetragen, wenn es darum geht, was richtig oder falsch ist in Sachen Ernährung. Und das hat tatsächlich viel mit Glauben zu tun, denn eindeutige Beweise lassen sich nur in Ausnahmefällen niet- und nagelfest machen. Und selbst wenn das möglich ist, heisst das doch noch lange nicht, dass es für den Einzelnen wirklich relevant ist.
Wir wissen alle, dass man vom Rauchen Lungenkrebs kriegt. Moment: kriegen KANN. Und sofort werden Beispiele genannt von Rauchern, die nie erkranken und von Lungenkrebspatienten, die nie geraucht haben. Es scheint also nicht alles bei allen immer gleich zu laufen.
Glauben statt Wissen

Was alle Diäten und Food Hypes gemeinsam haben: sie sind super demokratisch und machen keinen Unterschied in den Reglementierungen, die den einzelnen Menschen auferlegt werden. Aber sind wir denn nicht eigentlich alle ganz verschieden?

Vielleicht bist du der Typ, der Süßes liebt und schon allein davon zunimmt, wenn er die leckere Schokotorte auch nur ansieht. Oder du bist ein richtiger Gemüse- und Obsttiger, verzweifelst aber allmählich wegen dem schrecklichen Gepolter, das das Grünzeug in deinem Bauch auslöst. Oder du kriegst Sodbrennen, wenn du bestimmte Dinge isst. Von Nahrungsmittelunverträglichkeiten will ich hier gar nicht erst sprechen!

Für jeden ist was anderes gut oder schlecht
Eindeutig ist doch jeder Mensch ein einzigartiges Geschöpf, oder? Du hast deine Lieblingsspeisen genauso wie andere Gerichte, die du gar nicht ausstehen kannst. Du isst manches lieber, weil du dich dann wohler fühlst und es dich einen kleinen Moment lang sogar irgendwie glücklich macht. Anderes verträgst du einfach nicht und lässt es lieber sein. Und ich bin mir sicher, du hast in deinem ganzen Leben noch keinen Menschen getroffen, der hundertprozentig die gleichen Vorlieben, Abneigungen, Verträglichkeiten oder gar Beschwerden hat wie du.
Die Inder wissen, wie’s geht
Die Inder haben das Problem erkannt und gehen die Sache seit Jahrhunderten auf ihre eigene Art an. Im Ayurveda, der „Wissenschaft von Leben“ wird jeder Mensch in seiner individuellen Konstitution wahrgenommen. Es gibt die drei Doshas Vata, Pitta und Kapha, die so etwas wie Funktionsprinzipien darstellen. Sie sind bei jedem Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt, unterliegen Veränderungen durch äußere Einflüsse und Lebensweise und sind nicht nur wichtig für unser Wohlbefinden, sondern mehr noch: für unsere Gesundheit. Wenn wir uns anders verhalten, als es gut für unsere Doshas ist, werden wir die Rechnung dafür früher oder später präsentiert bekommen. Doch gibt uns der Ayurveda die Möglichkeit herauszufinden, was jedem einzelnen gut tut und was ihm schadet, damit wir uns dementsprechend verhalten und ernähren können.
Diäten und Ernährungstrends des Westens nehmen auf das Individuum keine Rücksicht. Und sie haben noch etwas gemeinsam: sie kommen und gehen. Vielleicht einfach deshalb, weil sie nicht funktionieren, denn sonst bräuchten sie ja nicht aus der Mode zu kommen. Die ayurvedische Ernährungslehre hat mehr als dreitausend Jahre Tradition und kann dennoch ohne größere Umstellungen in unser Leben integriert werden. Und dann schmeckt das Zeug auch noch lecker!
Selbst wenn du jetzt nicht sofort anfängst, Kitchari zu kochen (was wirklich schade wäre, denn das Rezept dazu findest du auch hier in meinem Blog) kannst du vielleicht eines aus dieser Geschichte für dich mitnehmen:
Du bist einzigartig! Was für andere gut ist, kann dir schaden und umgekehrt. Lasse dich durch strikte Verbote und dringende Empfehlungen in Sachen Ernährung nicht verunsichern, sondern finde deinen eigenen Weg! Dafür wünsche ich dir von Herzen alles Gute!

Tu dir was Gutes!

Welche Erfahrungen hast du mit Ernährungsempfehlungen bei deiner Krankheit gemacht? Was tut dir gut, was nicht? Was kannst du anderen Betroffenen empfehlen?
Ich freue mich über deinen Kommentar zu diesem Artikel!

2 Gedanken zu „Warum uns in Sachen Ernährung so viel Unsinn erzählt wird“

  1. Da kann ich nur von Herzen zustimmen! Habe selbst einiges ausprobiert und auch erbrochen. Leider wird in den Selbsthilfeforen noch immer dieser ganze Wahsinn verbreitet und die Betroffenen quälen sich in der Hoffnung auf Heilung durch Krebsdiäten und essen Superfoods bis der Körper nicht mehr mit macht.
    Mein Fazit war irgendwann: ich esse jetzt was ich will und horche in meinen Körper was gut tut.

    Gefällt 3 Personen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s