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Der Blues nach dem Krebs – so holst du dich da raus!

Du wachst morgens auf und fühlst dich traurig. Ohne dass es dafür einen bestimmten Grund geben würde. Du hast keine Lust, deine Freunde zu sehen, verkriechst dich lieber zu Hause. Irgend etwas zu unternehmen, kommt dir gar nicht in den Sinn, denn es fehlt dir einfach die Energie für Aktivitäten. Wenn du solche Situationen immer wieder mal erlebst, kann es gut sein, dass du an einer Depression leidest. Und damit bist du kein Einzelfall, denn die Statistik verrät uns, dass in Deutschland und Österreich etwa jeder fünfte Mensch im Laufe seines Lebens an Depression erkrankt. Für ehemalige Krebspatienten liegt die Wahrscheinlichkeit dafür fünfmal höher als für nicht Betroffene. Auch wenn ganz schwere Depressionen hier zum Glück eher die Ausnahme sind, rackern sich doch ungeheuer viele Survivor von Krebs endlos ab im alltäglichen Kampf gegen hartnäckige Stimmungstiefs und -schwankungen.

Du kennst das? Hast dich auch schon zig mal gefragt, ob das normal ist? Tabletten, Antidepressiva kommen für dich nicht in Frage? Du fragst dich, ob selbst irgend etwas tun kannst, um dich da rauszuholen? Die Antwort ist ganz klar: JA, das kannst du! Und zwar, wenn du folgende Themen anpackst:

Komme an im Augenblick

Auch wenn es sich bei Depressionen letztlich um ein chemisches Ungleichgewicht im Körper handelt, ein großer Teil des Sich-nicht-wohlfühlens kommt aus dem Kopf. Denn auch deine Gedanken schwingen im Depressionsmodus und machen die schwarze Wolke über dir noch schwärzer. Aus diesem Grund hat Jon Kabat-Zinn in sein erfolgreiches Programm MBSR ( engl. Mindfulness Based Stress Reduction) im Kampf gegen die Depression Achtsamkeit und bewusstes Arbeiten mit Gedanken und Wahrnehmung integriert.  Die wichtigste Anweisung bei allen Achtsamkeits- und Meditationsübungen: Lasse das Vergangene hinter dir, zerbrich dir nicht den Kopf darüber, was noch alles passieren könnte, sondern genieße den Moment. Besonders, wenn es ein schöner ist!

Wenn du nämlich zu sehr mit deinen Gedanken und den Bewertungen deiner Gedanken beschäftigt bist, kann es leicht sein, dass du diesen einen genialen Moment im Hier und Jetzt verpasst, der niemals wieder kommt und verloren ist, weil du ihn noch nicht mal bemerkt hast. Und das wäre doch ziemlich schade, oder? Trotzdem hat auch die Vergänglichkeit ihre guten Seiten, kann doch in schlimmen Zeiten der Gedanke Trost spenden, dass so manches unangenehme von selbst vorüber geht. Eine meiner Patientinnen hat es so beschrieben: „Wenn ich meine Depression bekomme, dann merke ich, ich bekomme jetzt meine Depression. Dann weiss ich, es geht mir die nächsten vier bis sechs Wochen nicht gut, aber danach ist es ja wieder vorbei. Und damit habe ich gelernt, umzugehen.“

Denke und handle positiv

Wenn du es schaffst, dich stärker auf die Gegenwart zu besinnen, dann kannst du es auch schaffen, deine Gedanken in eine positive Richtung zu steuern. Alles, was du denkst, sagst und tust, hat nämlich seine Wirkung auf dich. Wenn du auf die Frage, wie es dir geht, immer mit „schlecht“ antwortest, wird das – ob du willst oder nicht – zu deinem Mantra, gegen dessen negative Energie sich kaum Wohlbefinden einstellen kann.

Anstatt dich also in Gedanken und Worten selbst zu bejammern, betone die positiven Aspekte deines Daseins, wenn du sie erst gefunden hast. Freue dich über kleine Fortschritte, die du machst, lobe dich auch mal selbst dafür und werte dich nicht ab, indem du dich mit anderen vergleichst.

Sorge gut für dich und deinen Körper

Eigentlich wissen wir doch alle ganz genau, was uns gut tut und Kraft geben kann. Zumindest theoretisch. Aber mal ganz ehrlich: Was tust du für dein Wohlbefinden? Und sag jetzt nicht, Schoki essen, denn das hilft bestenfalls für ein paar Minuten und danach zieht es dich eigentlich noch tiefer runter.

Öfter mal an die frische Luft zu gehen, sich zu entspannen, gesund zu essen, das alles sind keine großen Geheimnisse, aber sie in unser tägliches Leben fix einzuplanen, kann eine ziemliche Herausforderung sein. Vor allem, wenn du das nicht von vornherein im Repertoire hast.

Alles zu seiner Zeit

Es kann ja echt fein sein, sich durch den Tag treiben zu lassen und spontan alle möglichen Dinge zu tun, die einem gerade so in den Sinn kommen. Wenn du aber den Blues hast, dann kommt keine rechte Lust auf irgendwelche Unternehmungen auf, und selbst alltägliche Aktivitäten werden zum Problem, wenn du dich einfach nicht dazu aufraffen kannst.

Was hier helfen kann, ist eine gut eingerichtete Alltagsroutine: Fixe Zeiten für die Mahlzeiten, fürs Aufstehen und Zubettgehen, fixe Tage für regelmäßig zu erledigende Aufgaben (zB Mittwoch Wäsche waschen, Freitags Freunde treffen oder ins Museum usw.). Ein guter Plan kann verhindern, dass du dich für jede Aufgabe, sei sie klitzeklein oder riesig groß, mit großem Kraftaufwand motivieren musst, weil du nicht erst überlegst, ob du gerade Lust dazu hast, sondern es einfach hinter dich bringst. Wenn Aufgaben nicht mehr in Frage gestellt werden, sondern selbstverständliche Routine sind, sind sie auch gleich mal gar kein Riesen Ding mehr.

Ernähre dich gesund – aber was ist gesund?

Das klingt so einfach, sich gesund ernähren. Aber was, bitte schön, ist jetzt wirklich gesund? Denn in Sachen Ernährung gehen die Meinungen darüber, was gesund und richtig ist so weit auseinander, wie in sonst kaum wo. Selbst wenn zum Beispiel im Moment vieles darauf hinzudeuten scheint, dass ketogene Kost gewisse gesundheitliche Vorteile bringt, so kann es doch ehrlich gesagt auch sehr gut sein, dass nächste Woche ein ganz anderes Thema in aller Munde ist. Die Frage, was nun wirklich gesunde Ernährung ist, wird also nie ganz eindeutig ausdiskutiert werden können.

Fest steht aber, dass es gut tut, selbst und frisch zu kochen, regelmäßig zu essen und möglichst naturnahe Zutaten zu verwenden, damit du sicher keine chemischen Zusatzstoffe zu dir nimmst, die nicht mal deklariert werden müssen (so wie das zB bei Brot aus dem Backshop im Supermarkt der Fall sein soll). Und weil alles, was du zu dir nimmst seine Wirkung auf dich hat, solltest du nicht achtlos irgendwelchen Müll in dich stopfen und dich dann wundern, wenn du dich schlapp und energielos fühlst.

Bewegung bringt die Dinge wieder ins Laufen

Bewegung ist gut für unseren Körper, das ist eine allgemein anerkannte Tatsache. Dass sie auch der Seele gut tun könnte, klingt für viele Menschen zumindest nicht ganz falsch. Tatsächlich empfehlen viele Ärzte ihren Patienten, die an depressiver Verstimmung leiden, täglich an die frische Luft zu gehen und sich ausgiebig zu bewegen entweder bei ausgiebigen Spaziergängen oder beim Nordic Walking.

Die bei Befindlichkeitsstörungen am besten wirksamste Form der Bewegung ist allerdings Yoga. Und weil es gerade bei Menschen nach ihrer Krebserkrankung so ausgezeichnet gegen Depressionen hilft, habe ich „Yoga zurück ins Leben“ geschrieben und werde hier im Blog auch immer wieder spezielle Yogaübungen vorstellen und anleiten. Wenn du Lust bekommen hast, es auszuprobieren, dann klicke dich einfach in mein kleines Video zum Sonnengruß. Ich freue mich, wenn du es ausprobierst und mir schreibst, wie es dir gefallen hat!

 

Viel Freude und alles Liebe!

 

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